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#Nachgefragt - ClimatePartner x MS Direct AG - Das Interview

Aktualisiert: M├Ąrz 19

­čÄÖ´ŞĆ Was bedeutet eigentlich klimaneutral? Im Zuge unserer eigenen Nachhaltigkeitsinitiative #makeIMPACT, haben wir bei Sven Berther, Gesch├Ąftsf├╝hrer ClimatePartner Switzerland AG, nachgefragt und sind dieser und vieler weiteren spannenden Fragen nachgegangen.­čî▒ Hier gibt's das ganze Interview zum Nachlesen.



Ist Nachhaltigkeit heute bereits mehr als ein Buzzword oder als Begriff sogar schon abgenutzt?

Wir sehen, dass sich viele Str├Ąnge von verantwortungsbewusstem Handeln und der Ber├╝cksichtigung der Auswirkungen unter dem Begriff Nachhaltigkeit versammeln. Das umfasst Umwelt- und Klimaschutz genauso wie ├Âkonomische und ├Âkologische Effizienz, M├╝llvermeidung und Wiederverwertung von Rohstoffen und Ressourcen.


Was bedeutet Klimaneutral in wenigen Worten zusammengefasst?

Klimaneutral sind Unternehmen, Prozesse und Produkte, deren CO2-Emissionen berechnet, Reduktionspotentiale ermittelt und unvermeidbare Emissionen durch Unterst├╝tzung international anerkannter Klimaschutzprojekte ausgeglichen wurden. Der Ausgleich von CO2-Emissionen ist neben Vermeidung und Reduktion ein wichtiger Schritt im ganzheitlichen Klimaschutz.


Was ist dabei das ├╝bergeordnete Ziel und warum ist es wichtig, dass jeder seinen Beitrag leistet?

Das allgemeine Ziel ist es, die Erderw├Ąrmung bis zum Jahr 2030 auf 1,5-Grad zu begrenzen. Diesem Ziel ordnen sich alle Massnahmen im Klimaschutz unter bzw. sind darauf ausgerichtet. Wir sind da schon recht sp├Ąt dran, weil viele Jahre lang einfach nicht gen├╝gend passiert ist. Darum kommt es nun mehr als je zuvor darauf an, dass sich alle beteiligen.


Was ist dabei die Rolle von ClimatePartner?

Wie wollen Unternehmen dabei helfen, ihren Teil dieser Verantwortung zu ├╝bernehmen. Das heisst: den Betrieb und die Produkte / Dienstleistungen klimaneutral stellen und Strategien zur Reduzierung der Emissionen einzuleiten.


Wenn sich ein Unternehmen aktiv dem Klimawandel annimmt, beobachtet ihr dann auch ein Umdenken bei den Mitarbeitern?

Definitiv. Wir beobachten immer wieder, dass die Bilanzierung der CO2-Emissionen in der Regel ein Aha-Erlebnis ausl├Âst. Es ist wie ein Kassenzettel, auf dem ersichtlich ist, was die einzelnen Posten verursachen und wo man ansetzen soll. Das spornt auch die Mitarbeiter selbst an, da sie erkennen, dass sie selbst einen Beitrag dazu leisten k├Ânnen.


Es gibt 5 Schritte f├╝r den Klimaschutz, welche sind das und warum ist das Zusammenspiel so wichtig?

Die 5 Schritte sind die Bilanzierung der Unternehmens-Emissionen (Corporate Carbon Footprint), die Bilanz zu Produkte und Dienstleistungen (Product Carbon Footprint), Strategien zur CO2-Reduktion, der Ausgleich der unvermeidbaren Emissionen und die transparente Kommunikation mittels des klimaneutral-Label. Alle 5 Punkte gehen Hand in Hand und ergeben in der Summe ein Szenario, das sowohl kurzfristig wirkt (der CO2-Ausgleich) als auch auf mittel- und langfristige Änderungen (CO2-Reduktion) ausgelegt ist.


Die Basis bildet die CO2-Bilanzierung, um was geht es dabei konkret? Und was gibt es dabei zu beachten, gerade bei der Erstbilanzierung?

Wir erstellen eine CO2-Bilanz nach internationalen Standards wie dem Greenhouse Gas. Daf├╝r legen wir zun├Ąchst die Systemgrenzen fest, das ist v.a. beim ersten mal eine wichtige Definition, die sich auf die folgenden Bilanzierungen der n├Ąchsten Jahre auswirken wird: Welche Bereiche im Unternehmen betrachten wir, und bis zu welchem Grad beziehen wir indirekte Emissionen zum Beispiel aus zugekauften Leistungen (Scope 3) mit ein? Der Product Carbon Footprint bezieht sich auf den Lebenszyklus eines Produkts ÔÇô von Rohstoffen und Herstellung bis hin zur Auslieferung (ÔÇ×Cradle-to-gateÔÇť) oder weiter ├╝ber die Nutzungsdauer bis zur Entsorgung (ÔÇ×Cradle-to-graveÔÇť).



F├╝r den Klimawandel entscheidend ist der Dreiklang aus Vermeidung, Reduzierung und Kompensation. Was heisst das konkret?

Wie bereits oben gesagt, es gibt kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen. Vermeidung und Reduzierung sind Strategien, die sich oft nicht sofort umsetzen lassen ÔÇô sie k├Ânnen z.B. nicht eine Logistikplanung von heute auf morgen grundlegend ├Ąndern. Zudem wird es immer, auch bei maximalen Effizienz-, Vermeidungs- und Reduzierungsanstrengungen, einen Restbetrag an Emissionen geben. Diese unvermeidbaren Emissionen k├Ânnen schon sofort ausgeglichen, also neutralisiert werden.


Bei der Kompensation stehen Klimaschutzprojekte im Vordergrund. Wie w├Ąhle ich als Unternehmen ein geeignetes Projekt aus?

Klimaschutzprojekte leisten einen entscheidenden Beitrag zur Bek├Ąmpfung der globalen Erw├Ąrmung, indem sie nachweislich Treibhausgase einsparen. Das kann etwa durch Waldschutz, Aufforstung oder den Ausbau erneuerbarer Energien erfolgen. Zus├Ątzlich f├Ârdern Klimaschutzprojekte eine nachhaltige Entwicklung in den Projektl├Ąndern, zum Beispiel indem sie die Versorgung mit sauberem Trinkwasser verbessern oder indem lokale Infrastrukturen ausgebaut werden, Arbeitspl├Ątze entstehen oder die Biodiversit├Ąt erhalten bleibt.


Und wie verhindert ihr dabei, dass es lediglich um Green Washing geht? Wie w├Ąhlt ihr eurerseits Klimaschutzprojekte aus?

Klimaschutzprojekte m├╝ssen international anerkannte Standards erf├╝llen. Um die Einhaltung der Kriterien nachzuweisen, werden die Projekte nach strengen Kriterien zertifiziert und gepr├╝ft, zum Beispiel nach dem sogenannten ÔÇ×Gold StandardÔÇť oder dem ÔÇ×Verified Carbon StandardÔÇť (VCS). Dadurch wird die Klimaschutzwirkung der Projekte sichergestellt und regelm├Ą├čig best├Ątigt. Eine der wichtigsten Anforderungen ist, dass die Projekte tats├Ąchlich zus├Ątzliche Klimaschutzma├čnahmen sind und dass der Beitrag zur CO2-Reduktion in der Atmosph├Ąre klar messbar ist. Es wird garantiert, dass die eingesparten CO2-Emissionen nur einmal f├╝r den Ausgleich von CO2-Emissionen genutzt und die entsprechenden Zertifikate stillgelegt werden. Dies geschieht ├╝ber offizielle Register.


Abgesehen von der Kompensation, was sind aus eurer Erfahrung die gr├Âssten Hebel zur Vermeidung und Reduktion?

Den gr├Âssten Anteil an Emissionen haben in der Regel die Energietr├Ąger, also Strom, W├Ąrme. Wer hier z.B. auf gr├╝ne Energie umstellt, kann bereits einen Grossteil der Emissionen reduzieren.


Nun gibt es auch noch die SBTi, was steckt da dahinter und wie muss man diese im Gesamtkonstrukt einordnen?

In der Science Based Targets Initiative arbeiten das CDP, UNGC, WRI und WWF zusammen. Sie wollen auf Basis wissenschaftlicher Daten Reduktionsziele f├╝r Unternehmen formulieren, die diesen Hilfestellung f├╝r ihre eigenen Klimaschutzstrategien geben. Der j├╝ngste SBTi-Bericht sieht den Ausgleich oder Neutralisierung der CO2-Emissionen eines Unternehmens als ein g├╝ltiges Mittel beim ├ťbergang hin zu ÔÇ×Net ZeroÔÇť an,m also dem Punkt, an dem keine Emissionen ├╝brig bleiben. Um unsere Kunden bei der Festlegung oder Einhaltung wirksamer Reduktionsziele im Rahmen ihrer Klimaschutzstrategien zu unterst├╝tzen, haben wir ein Expertenteam aufgestellt, das ├╝ber umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Science Based Targets, Ressourceneffizienz sowie CDP-Reporting verf├╝gt. Damit bilden wir die vollumf├Ąngliche Bandbreite im Klimaschutz ab und k├Ânnen Unternehmen einen Weg in Richtung Klimaneutralit├Ąt und Net Zero aufweisen.


Welche Branchen sind heute die Vorreiter? Und wo gibt es noch Nachholbedarf?

Die meisten wettbewerbsf├Ąhigen Schweizer Unternehmen aller Branchen widmen sich mittlerweile dem Thema, beschr├Ąnken die Bem├╝hungen in vielen F├Ąllen jedoch noch immer auf die Energieeffizienz im eigenen Betrieb. Die oft deutlich relevanteren vor- und nachgelagerten Emissionen auf Produktebene zu reduzieren, ist ein unfassbar wichtiger Hebel im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Dahin zielt auch die moderne Erwartungshaltung des Konsumenten.


Wie sah das vor 10 Jahren aus und wo werden wir wohl in 10 Jahren stehen?

In 10 Jahren, also 2030, haben wir hoffentlich das geschafft, was wir uns bereits vor 10 Jahren vorgenommen hatten. Es ist immerhin schon einiges passiert, das Bewusstsein bei Unternehmen und Verbrauchern hat sehr stark zugenommen. Trotzdem sind wir noch weit vom Ziel entfernt, wir m├╝ssen uns also ranhalten.


Was w├╝rdet ihr jemandem antworten, wenn er argumentiert, dass es aus betriebswirtschaftlichen Gr├╝nden nicht m├Âglich ist, klimaneutral zu sein?

Eine einfache Antwort: unsere weit mehr als 2.500 Kunden beweisen es jeden Tag, dass sich Klimaneutralit├Ąt rechnet. Im Gegenteil: eigentlich kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten, nicht klimaneutral zu sein ÔÇô schon allein wegen des Drucks der Verbraucher, auch der Investoren und schlie├člich des Wettbewerbs.


#ScienceBasedTargets #MakeImpact #Sustainability #Nachhaltigkeit #eCommerce #Fulfillment #BeInspired


Spannende Links zum Thema:

Climate Partner

Unsere unterst├╝tztem Klimaschutzprojekte

Science Bases Targets initiative

Kickbag - Reuse to Reduce.

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